Sternstunden auf Meerforelle in der Eckernförder Bucht

Nicht jeder Tag an der Küste ist ein Fangtag, aber manchmal läuft die Sache richtig rund!

Ich weiß nicht ob andere Angler auch dieses Gefühl kennen, keine besonderen Erwartungen an den beginnenden Angeltag zu stellen – und eben auch jene Tage – wo es irgendwie anders ist, als ob man es wüsste das es heute ein guter Tag sein könnte? Mir ging dies an diesem recht kalten Dezembertag genau so…das Wasser war bei ca. 6 Grad, die Luft hatte aber nur 2 Grad, der Spülsaum war bei unserer Ankunft noch erkennbar gefroren…

Mein Angelkollege Benny und ich waren für 8.00 Uhr auf dem Parkplatz verabredet, bis wir dort dann mal angerödelt waren und den Weg rüber zur Steilküste hinter uns gelassen hatten, waren es schon fast 9.00 Uhr bis der Wald den Blick auf eine in sanften Wellen wiegende und durch schwachem Wind aus Süd-west – gekräuselten, im Licht der gerade erst aufgegangenen Sonne, leicht rötlich gefärbten See in der Bucht freigab…

Nee, nee liebe Angelkollegen, keine Angst, ganz so schwülstig fangen wir hier doch wirklich nicht an!

Ich hatte kaum unten am Spülsaum angekommen, ein mächtiges Loch im Magen und beschloss erst mal zu Frühstücken,  am Morgen hatte ich mich sehr beeilt um pünktlich am Wasser zu sein und vorher keine Zeit dazu gefunden. Dabei beobachtete ich das Wasser sehr genau und sah schon erste, verhaltene Aktivitäten jagender Forellen, und dies in regelmäßigen Abständen. DAS machte mir Hoffnung!

Der Fisch war eindeutig da!

Benny hielt es auch nicht lange neben mir, er begann schon mal zu Werfen. Nach kaum 4-5 Würfen hatte er den ersten Zupfer, sein Fluchen war kaum zu überhören 😉 als kein wirklicher Biss erfolgte. Ich aß in Ruhe weiter , der Tag war noch lang und ich hatte ein gutes Gefühl – endlich mal wieder nach langer Zeit an meinem Lieblingsplatz.

Die Stelle liegt auf der Südseite der Eckernförder Bucht oberhalb v. Kiekut, nirgends in diesem Bereich der Steilküste an der Innenförde,  ist das Wasser bis unmittelbar vor der Fahrrinne tiefer als 2-2,50m und besteht fast durchweg aus locker mit Blasentang bewachsenem Sandboden mit vereinzelten Findlingen, teilweise in beachtlicher Größe. Aus den vergangenen Jahren weiß ich das die Meerforelle dort recht nah ans Ufer kommt, fast alle Fische die ich bisher dort fing bissen auf mittleren Distanzen, und wenn eine dort ist, ist sie selten allein, dies sollte auch an diesem Tag so sein… Ich brauchte also keinen großen Köder und griff zu einem 15g Inliner.

Als ich meinen Standort neben Benjamin eingenommen hatte dauerte es kaum 5 Minuten, da hatte Benjamin einen krassen Nachläufer, wir sahen ihn beide bis auf etwa 5 Meter heran kommen. Ich rief  noch „Spinstop!“ und hatte es kaum ausgesprochen, da biss der Fisch 3m vor Benny´s Rutenspitze, es war ein ca. 46cm  Grönländer. Benjamin führte gleich mal den ersten Freudentanz des Tages auf.

Keine 10 Minuten danach sah ich in ca. 50m Entfernung eine mächtige Rollwelle an der Oberfläche und dachte schon an einen Seehund oder Schweinswaal, danach sah ich jedoch  „silber“ seitlich abdrehen und hatte Glück das ich gerade die Rute wurfbereit in  der Hand hielt, überwarf also sofort diesen Punkt und holte ca. 5m ein, Bäng!

Ein ordentlicher Einschlag und die Bremse ging sofort… da ich diese immer auf ca. 1-2 Kg stehen habe um einen ordentlichen Anschlag setzen zu können, hing der Fisch von selbst gut fest.  Aber was erzähle ich lange, wir haben ein Video davon. Die Mefo lies sich nach 3-4 Fluchten gut herandrillen, immer wieder versuchte sie seitlich nach unten zu entkommen und ermüdete recht schnell. Wie üblich ging auf 10-15m dann die übliche Springerei los…und genau dies ließ schon einen verdammt guten Fisch sehen!

Als wir den Fisch versorgt hatten und das „Adrenalin“ wieder verflogen war, gönnte ich mir erst mal ne Zigarettenpause, schließlich hatte ich im Grunde mein Tagesziel bereits voll erreicht. Wir kamen gar nicht mehr wirklich dazu uns selbst zu feiern, Benny meinte nur jetzt müsste für ihn aber auch mal so eine schöne, große Meerforelle her.  Ich beruhigte ihn noch und sagte: „…warte mal ab, das war nicht der letzte Fisch heute“!

Ich glaube dieser Dialog war keine 10 Minuten her, da sah ich fast an gleicher Stelle wie zuvor schon wieder eine Meeforelle die sich an der Oberfläche rollte und wieder abstieg…und wieder hatte ich die Rute wurfbereit in der Hand und überwarf den Punkt, holte ein UND …ein rubbeln am Köder, die Meerforelle hatte kurz zugefasst aber den Köder wieder ausgespuckt, ich machte sofort einen Spinstop, zog wieder an und BÄNG! Ich konnte es fast selbst kaum glauben, der Trick hatte tatsächlich zweimal in 30 Minuten einen ordentlichen Fisch gebracht.

Der Drill war fast identisch wie beim ersten Fisch, Benjamin kescherte und wir kreischten wie die kleinen Kinder rum auf unserem Stein, als wir eine ebenso große Meerforelle wie kurz davor wieder im Kescher hatten. So ultrakurz hintereinander, mit fast identischer Fang-Situation und Drill war mir dies aber zuvor auch noch nie gelungen, jedenfalls nicht das ich mich erinnern könnte. Zwar waren wieder die 70cm verfehlt (die man ja IMMER haben will) – aber einfach nur super geil das Ding!

Ganz ehrlich, damit war nicht nur emotional mein Tag mehr als gerettet. Ich bin runter vom Stein und habe erst mal sortiert, fotografiert, geraucht , einen Spruch nach dem anderen abgelassen und war einfach nur happy!

Nun waren es schon 3…

Benjamin konnte es auch nicht fassen, 3 Meerforellen in 1ner Stunde, ich rief ihm noch zu er soll zu machen den Sack, da wären garantiert noch mehr …da hatte er wieder einen Fisch…und verlor den Fisch nach paar Metern im Drill. Ab da war sein Ehrgeiz sowas von geweckt, er warf und warf – fast eine ganze Stunde durch und …Bäng, schlug es auch bei ihm noch einmal richtig ein, es war eine 60iger!! Ich war mittlerweile wieder oben auf unserem Stein und kescherte seinen Fisch, ich glaube man hörte uns danach bis Eckernförde jubeln.

Jetzt war es ein Quartett…

Mittlerweile war der Mittag rum und es ging auf 14.00 Uhr zu, Benjamin angelte unermüdlich weiter u. ich sporadisch mit – denn ich sagte mir, was hätte denn noch groß kommen können – und war innerlich schon fast Zuhause. Ich beobachte ringsum ein wenig und links von uns stand in ca. 100m Entfernung ein anderer Angler, schon so ca. 1 Stunde, ohne Fang.

Später stellte sich dann heraus das es unser Gruppenkollege Niklas war, den wir bis da hin persönlich noch nicht kannten.

Niklas kam dann so langsam zu uns „rüber-geangelt“ und wir kamen ins Gespräch…

Niklas und Benjamin fingen zusammen noch 3 Untermaßige bis wir uns gemeinsam auf zum Parkplatz machten. 5 Fische kamen mit, Benjamin hatte zum Ende hin noch eine 50iger.

Eine der 3 Untermaßigen, die wieder schwimmen…

An diesem Tag hatte es insgesamt 12 Bisse, 5 Fische verwertet, 4 untermaßige Meerforellen wurden zurück gesetzt und 3 Meerforellen gingen longline verloren, was für ein Tag!

Seatrout Dega Jumper
Diese knapp 43 von Benjamin auf Dega Jumper, auch sie schwimmt wieder…

Mein Köder war (wie an den letzten drei Angeltagen vorher mit Fisch ) ein 15g Troutwerk -Thor Inliner in grün-gelb… und genau deswegen werde ich ihn beim nächsten mal garantiert NICHT fischen!

Quelle: www.troutwerk.de

 

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