Angeln auf Meerforelle von A-Z, alles zum Thema Inlineköder

Inlineköder händeln, Fischen, Transport und Vorbereitungen im Detail

Ich habe mich dazu entschlossen innerhalb dieser Artikelserie jedes einzelne Thema sehr dezidiert zu behandeln. Mir wurde aus den einzelnen Leserreaktion u. Fragen klar, dass man bei einem derart komplexen Thema wie das Meerforellenangeln gar nicht anders vorgehen kann um die einzelnen Sachgebiete nicht fürchterlich, insbesondere für einen Beginner, unübersichtlich zu vermischen.

Inliner Montage Snurrebassen

Warum eigentlich Inlineköder?

Heute geht es um Inlineköder, die in den letzten 3-4 Jahren dabei sind langsam aber stetig das klassisch gefischte Blech abzulösen. Die Gründe dafür liegen insbesondere im besseren Köderspiel während der Absinkphasen (und dort kommen sehr häufig die Bisse) und primär auch daran, dass der beweglich auf der Schnur arbeitende Köder eindeutig die Verlustrate (Fehlbissquote) bei Drill und Landung senkt.

Ich bin der Ansicht, dass die genannten Vorteile deutlich die etwas umständlich-aufwändige Handhabung überwiegen, gern tu ich mir diese Tüddelei am Wasser an, die gar nicht so sehr umständlich sein muss, wenn man dabei ein paar Dinge beachtet.

Montage:

Die Montage ist eigentlich relativ simpel: Der Haken, ein kleiner Ring oder Wirbel, Vorfachknoten, eine Perle zum Schutz des Knotens, der Köder, ein Stopper und am Ende des Vorfaches wieder ein Wirbel, damit der Köder immer ohne jede Verdrallung des Vorfaches im Wasser läuft, fertig, eben so wie auf dem oberen Bild zu sehen.

Details & Merkmale:

DSC_0199Jetzt wird es technisch: Der eine oder andere Meerforellenangler hat ganz unterschiedliche Vorstellungen dazu wie diese Montage noch optimiert werden könnte. Bei mir ist es der untere Wirbel der von anderen Anglern schon mehrfach als unnütz betrachtet wurde. Ich schwöre jedoch darauf, weil der Fisch nun im Drill nochmal ein Stück mehr Mätzchen machen kann, ohne dabei eine Chance zu bekommen sich vom Haken zu hebeln, insbesondere wenn er beginnt sich vehement zu drehen… sehe ich den Vorteil bei dieser Montage darin das sie deutlich weniger verschleissanfällig ist, weil häufige Drehbewegungen des Hakens nie in Verdrallungen der Schnur und einem damit verbundenem (zusätzlichen) Abrieb dort (innerhalb des Köders) resultieren können. Aber wie gesagt, man muss es so nicht montieren, ein kleiner Sprengring tut es auch.

Problematik der Inlinemontage:

Sie ist verschleissanfällig, daran gibt es keine Zweifel: Zu den genannten Vorteilen in Drill und dem besseren Laufverhalten der Montage steht der Verschleiss an der Schnur, der sich unweigerlich nach mehreren Stunden des Fischens einstellt, im Gegensatz. Eine Inlinemontage hat nur eine gewisse „Halbwertzeit“, dies sollte der Angler unbedingt berücksichtigen!

Daher sollte man eine Inlinemontage nie länger als ca. 3-5 Std. ohne Kontrolle des Schnurabriebes unter dem Köder fischen. Dieser Effekt wird noch einmal verstärkt, wenn eine gefischte Montage nass zurück in einen Transportbeutel gepackt wird, nach einem Köderwechsel. Das Meersalz verkrustet dann im Inneren des Köders auf der Schnur, wird der Köder mehrere Wochen so gelagert, entsteht beim nächsten Gebrauch unverhältnismäßig viel Abrieb auf der Schnur und im Inneren des Köders, bis das Salz sich „verkrümelt“ hat.

Zudem leiden die Köder an der Schnurinnenführung durch Oxidationseffekte, dies ist langfristig betrachtet keine wirklich positive Entwicklung.

Der langfristig richtige Umgang mit Inlineködern:

Daraus abgeleitet hier nun nur 3 wichtige Merkmale / Punkte im Umgang mit Inlineködern, die der Angler unbedingt beachten sollte, wenn er insgesamt einen Blick für Materialschonung entwickelt hat und auch langfristig ohne unnötige Verluste im Drill oder bei Hängern bleiben möchte:

  • wechsele das Vorfach so oft wie möglich
  • lass den Köder nach Gebrauch nicht auf der Schnur trocknen
  • binde deine Lieblingsköder Zuhause schon vor, beachte dabei sehr genau den Schnurabrieb an schon gefischten Vorfächern, im Zweifelsfalle kürze es einfach ein Stück, undzwar UNTEN wo die Reibung zwischen Köder und Schnur stattfindet

Wer nur diese 3 Punkte sehr genau beherzigt, wird schon einiges an seiner Verlustquote verbessern können und Schnurbrüche bis auf ein absolutes Minimum reduzieren! Nichts ist ärgerlicher als einen guten Fisch aufgrund der genannten Problematik kurz vor dem Kescher oder schon longline im Drill zu verlieren.

Transport und Händeln am Wasser:

Ein Thema worüber man allein einen Roman schreiben könnte…so viele mehr oder weniger sinnvolle Alternativen & Einzellösungen habe ich dazu schon am Wasser gesehen. Es hängt auch ein Stück weit von der allgemeinen Mentalität ab, für welche der vielen, möglichen Alternativen sich ein Angler entscheidet.

Der Minimalist:

…hat immer nur so viel Tackle am Wasser wie er unbedingt braucht, ihm reichen drei vorgebundene Vorfächer in kleinen Plastiktüten in der Brusttasche der Watjacke und eine winzige Köderbox mit max. 5
Köder- Farbalternativen völlig aus.

Der immer gut vorbereitete Allesdurchdenker und -Betrachter:

…hat auch eine Köderbox in der Watjacke, die aber mind. 3x so groß ist wie die des Minimalisten, und natürlich zusätzlich selbstverständlich eine wesentlich umfangreichere im Rucksack, wobei neben verschiedenen Fabrikaten und Farbvarianten der Blinker ein ordentliches Fliege- & Streamernsortiment nicht zu vergessen ist. Zusätzlich befindet sich eine umfangreiche Vorfachtasche mit allen nur erdenklichen Kleinteilen, bis hin zum Hakenschärfer in seiner Watjacke, er durchdenkt schon Zuhause
jedes nur mögliche Szenario und ist immer auf alles sehr gut vorbereitet!


Dies wären die beiden Extreme
die man an der Küste bei Meerforellenanglern fast jeden Tag antreffen kann, irgendwo dazwischen befinden sich ca. 80% der übrigen Watangler…zu denen ich mich auch zählen würde. Man kann dieses Thema sehr weit diskutieren und findet garantiert für jede einzelne Überlegung ein passendes Argument, die Frage ist einfach nur, was denn wirklich praxisgerecht ist?

Meine Lösung: Weniger ist mehr!

Ich habe im letzten Herbst erst noch ca. 30-40 Köder wieder an Angelkollegen verkauft, weil es mir schlichtweg zu viel wurde. Treffe irgendwann eine Grundsätzliche Entscheidung ob du nun Inlineköder oder klassische Blinker fischen willst. Wenn es denn Inliner sein sollen, sowie beim heutigen Thema, dann entscheide dich für nur ein einziges Modell, dann wird die Sache schon wesentlich einfacher.

Damit wäre der wichtigste Schritt zu nur einer einzigen Köderbox am Wasser getan!

Man kann die Sache noch wesentlich weiter minimieren, aber man muss dabei auch nicht unbedingt zum verbissenen Purist werden. Wie meine Köderbox aussieht, seht ihr im Bild, da sind auch immer noch paar Wobbler drin für Flachwasserzonen, ich brauche die einfach weil ich gern auch einmal relativ tief fischen möchte ohne zu schnell mit dem Köder abzusinken.

Mein Tipp für den Transport ist also eine sehr durchstrukturierte Köderbox in der ein einzelnes Blinkerfabrikat in verschiedenen Gewichtsklassen und Farben ist, nämlich genau die Farben, die ich auch tatsächlich zur jeweiligen Jahreszeit fische…plus einer Vorfachtasche mit ein paar Kleinteilen. Diese beinhaltet vorgebundenen Vorfächer, ein paar Ersatzhaken etc. UND ggf. ein paar Modelle eines zweiten Inlinefabrikates für extrem tiefes Wasser, wenn diese am jeweiligen Spot Sinn machen, und nur dann.

Damit die Sache im Rucksack nicht andauernd bei jedem Schritt nervig klappert, polstere ich die einzelnen Blinkerfächer, auch damit die Teile sich nicht ständig gegenseitig den Lack abschlagen, fertig.

Noch ein Tipp zum Händling v. Inlineködern:

Ich wechsele den Köder fast nie im Wasser, auch weil ich damit meiner eigenen (gelegentlichen) Ungeduld etwas vorbeugen möchte. Zudem lässt sich beim Montagewechsel prima eine Zigarette rauchen und ein Kaffee trinken. Ich wate also immer aus, schau mir die Vorfächer sehr genau an, öffne die Montage immer unten am Haken, kürze die Sache ein wenig und schiebe dann den neuen Köder von unten zum Stopper hin auf, wenn die gewünschte Farbe nicht schon vorgebunden sein sollte. In meiner Köderbox sind alle Farben einmal vorgebunden vorrätig, in der mittleren Gewichtsklasse, die von mir am häufigsten genutzt wird.
So minimiere ich den Aufwand am Wasser, der mit der primären Nutzung von Inlineködern nun einmal verbunden ist.

Wer die oben genannten, 3 wichtigen Punkte im Umgang mit Inlinern grundsätzlich beachtet, kann sich am Wasser dann ganz gelassen allein auf deren Vorteile konzentrieren.

Noch ein letztes Wort zum Haken:

Ich fische meine Köder aus Gründen der Waidgerechtigkeit gegenüber den Fischen grundsätzlich mit Einzelhaken, der Größe 1/0 von Owner und ggf. einem alternativen Hakenmodell, dass etwas dickdrähtiger ist und ein geöffnetes-andrückbares Hakenoehr besitzt. Auf das Jahr gesehen hake ich ca. 40-50 Meerforellen ab, die ich aufgrund ihrer Untermassigkeit oder schon im Laichzeitraum gefärbter Fische gern wohlbehalten zurücksetzen möchte, dies geht mit Einzelhaken einfach wesentlich schonender. Ich kann auch nicht sagen, dass mit Einzelhaken die Fehlbissquote wirklich höher wäre gegenüber einem Drilling, zudem lassen sich Hänger deutlich besser lösen. Für mich ist dies insgesamt Grund genug Einzelhaken zu verwenden.

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