Angeln auf Meerforelle von A-Z, Vorwort

Noch mehr Vorwort…

Überall an der Ostseeküste ist es theoretisch – aber auch praktisch – überhaupt kein Problem eine Meerforelle zu fangen!

Im ersten Teil dieser Artikelserie ist mir das Vorwort einfach etwas zu kurz geraten, daher möchte ich dazu noch einmal nachlegen.

me _mefoDie Meerforellenfischerei ist für viele meiner Angelkollegen deutlich mehr als nur ein Zeitvertreib oder ein Hobby. Ich drücke mich nur ungern in Superlativen aus, aber die Küsten der Ostsee bieten einfach viel mehr als ein einziger, naturverbundener  Mensch in ein paar Stunden emotional verarbeiten kann, natürlich nur wenn man auch einen Blick dafür hat. 

Unvergesslich imposante Himmelsfarben, eine teilweise schroff, wie aus dem Land mit einem einzigen, festen Hieb geschlagene  Küstenlinien, malerische Steilküsten und sanft in das Meer übergehende Buchten mit flachem Strand. Die Küste lebt, das spürt man bei jedem Besuch erneut mit allen dazu zur Verfügung stehenden Sinnen.

Es mag ja sein, dass ich als eigentlich nicht Norddeutscher dies etwas intensiver wahrnehme, aber auch vielen Äusserungen anderer Watangler war immer wieder zu entnehmen, dass das Angeln auf Meerforelle einigen davon deutlich mehr bedeutet als nur möglichst schnell einen prächtigen Fisch zu fangen.

Man muss die Küste spüren um sie verstehen zu können

Als in einer Großstadt aufgewachsenes Kind haben mich schon immer alle Bereiche magisch angezogen, wo man das Gefühl hatte,  endlich einmal nur für sich allein sein zu können. Jede kleinste Ansammlung von Bäumen und Sträuchern wurde bereits als abenteuerlich empfunden, weil man darin eben keine Autos oder vorbeihastende Menschen sah und dem damit ständig verbundenen Lärm wunderbar entfliehen konnte.  In den 60iger Jahren gab es unzählige Trümmergrundstücke in der Stadt, viele davon boten uns Kindern das stark eingebildete Abenteuer pur. Karl May, den man den Abend davor gelesen hatte, tat seine unvermeidliche Wirkung.

Selbst jetzt, während ich hier diese Zeilen schreibe kommt es mir fast so vor als hätte ich einen leichten Salzgeschmack auf den Lippen, weil ich gedanklich schon wieder bei meinem nächsten, geplanten Spotbesuch bin. Dies wird schon morgen Abend sein! Derzeit steht die sommerliche Nachtfischerei mit Spirolino (Bombarde) und Fliege an!

Von anderen Anglern, mit denen ich an der Küste unterwegs war, war öfter zu hören, dass diese dort waren um einmal wieder den „Kopf frei“ zu bekommen. Gut, kein Problem, ab ca. Ende Oktober gibt es dann je nach Witterung auch noch eine mächtig rote Nase oben drauf!

Der Angelsport allgemein befriedigt wohl ganz klar die Suche nach Ruhe, den Wunsch nach ganz persönlich begründetem Erfolg und beflügelt auch ein Stück weit die Kreativität, wenn es darum geht mit selbst gebundenen Fliegen erfolgreich zu sein, oder mit einer wohl durchdachten Küsten-Strategie den Weg zum Fisch deutlich verkürzt zu haben.

Die Küsten bieten dazu eine unvergleichlich anspruchsvolle Kulisse, nicht ihres malerischen Eindrucks wegen, sondern wegen ihrer unglaublichen Weite & Vielfalt.

Das Uferangeln im Meer erfordert den Blick für das Wesentliche, je nach Jahreszeit einen erheblichen, körperlichen Einsatz und gelegentlich auch viel Geduld. Dass ein Watangler die Möglichkeiten seines Tackle perfeckt ausreizen können muss erklärt sich von selbst, wenn der Zielfisch teilweise über 50m vom Spülsaum entfernt in tieferem Wasser steht.

Überall an der Ostseeküste ist es theoretisch – aber auch praktisch – überhaupt kein Problem eine Meerforelle zu fangen, und zwar zu jeder Jahreszeit.  Für manchen bleibt die Meerforelle leider immer wieder der oft zitierte „Fisch der tausend Würfe“ …mit den richtigen Infos ausgerüstet, muss dies jedoch nicht so bleiben.

Das erfolgreiche Angeln auf Meerforelle erfordert keine besonderen Fähigkeiten, oder gar einen Angler, der aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt zu sein glaubt. Aber ein wenig Kenntnis über die komplexen Zusammenhänge, mit denen der mögliche Standort der Fische an dieser unglaublich langen Küste und großen Wasserfläche des Meeres eingegrenzt werden kann.

Genau damit beschäftigt sich diese Artikelserie.

T.L.

 

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